Reisevorbereitung, Bürokratie und Gesundheit
Die 650 Dakar vom Alex bekam auch einige Änderungen verpasst, was serienmäßig nicht passte musste raus.
Die originalen Gummiprotektoren am Lenker wurden gegen Acerbis getauscht.
Ein Kettenschutz von TT wurde ebenfalls anstatt des unvorteilhaften BMW-Teiles mit Bügel um den Hinterreifen getauscht. Auch eine Kettenführung von Wunderlich wurde angebaut, serienmäßig ist trotz Adventure-Ausführung keine vorhanden. Neuer Antriebssatz, wurde endlos montiert, da gleich Schwinge und alle Hebelarme der Hinterradfederung geschmiert wurden. Übersetzungsänderung ist auf Tour fast nicht möglich, da Ritzel mit 13KN und Sicherungsblech angeknallt.
Das hintere Federbein wurde belassen wie es ist, da genug Einstellmöglichkeit und ausreichende Härte vorhanden.
Vorne Gabelfeder gegen Wirth getauscht.
Für den langen Alex war natürlich eine 3,5cm Lenkererhöhung erforderlich, damit er halbwegs bequem im Stehen fahren kann.
Kleines Motorservice und das war es dann auch schon fast, bis auf die Spritreserven.
Da der serienmäßige Mitteltank nur so an die 16 Liter fasst und die angebotenen Zusatztanks den Bugetrahmen vom Alex deutlich sprengen würden, baute ein Kollege vom Alex, vom Beruf Schlosser, zwei Seitentanks.
Es war zwar eine wochenlange Warterei, aber das Ergebniss kann sich wirklich sehen lassen. Die Tanks sind aus Niro und haben gute Halterungen. Zum Nachfüllen müssen die zwar abgenommen werden, aber das tut der guten Sache keinen Abbruch.
Da nur ein Verschluss vorhanden war (ist vom Ventildeckel eines alten Opels, vermute Kadett C) und der Alex laut Muster noch einen vom Wrecker besorgen muss, haben wir die Einfüllstutzen provisorisch mit Papier verschlossen. Bei der Containerladung sorgte dies dann für Aufregung. Die Dakar wurde in Molotov-BMW umbenannt.
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Bürokratie
Unangenehm ist, dass man für die Einfuhr eines Fahrzeuges in Namibia ein Carnet de Passages braucht.
Zuerst wollten wir dieser Sache aus dem Weg gehen, indem der Spediteur ein gemeinsames Carnet für jede Gruppe ausstellt.
Gehaftet hätte damit innerhalb dieser Gemeinschaft einer für den anderen. Ein Moped weg, ich zahle meinen Anteil für das verbliebene Fahrzeug. Mein Moped weg, die anderen zahlen anteilsmäßig auch für mich mit.
Leider stellte sich heraus, dass ein Spediteur nur für nichtangemeldete Fahrzeuge diese Carnets ausstellen kann.
Also mußte each for himself ein Carnet beantragen. Alex und ich pilgerten zum ÖAMTC. Ich mußte für das heißbegehrte Dokument neuntausendsechshundert (ein langes Wort) Euro Bankgarantie hinterlegen. Der Alex etwas weniger. Das ist die doppelte Summe des Verkehrswert (lt. Eurotax gelb) in Österreich. Schuld ist der hohe Einfuhrzoll von Fahrzeugen in die südafrikanische Zollunion. Der soll so 150% vom Fahrzeugwert betragen.
Weiters ist ein internationaler Führerschein und ein internat. Zulassungsschein erforderlich.
Diese Dokus, im grauen Outfit der ersten Nachkriegsjahre, sind auch beim ÖAMTC zu erstehen und nicht so teuer.
Gesundheit
Da ich in den letzten Jahren sehr impffaul gewesen bin, hatte ich eine Menge nachzuholen.
Boostrix Polio, Twinrix (ist nicht für die Twin sondern gegen Hepatitis A+B), Stamaril (Gelbfieber), Rabipur (Tollwut). Manche werden zwei- bis dreimal geimpft. Weiß nicht mehr wieviel Jauckerl ich da schon bekommen habe. Der Doktor sagt immer nur.,,Oberarm frei machen. Wollens es rechts oder links haben?"
Zum Schluß gibts noch eine Choleraimpfung (grasiert zurzeit ziemlich arg in Zimbabwe). Die macht man aber selber. Zwei Flascherl Lebendimpfstoff werden in mit in Wasser gelöstem Natriumhyrogencarbonat (vielleicht wegen dem grauslichen Geschmack) vermischt und dann, Prost, weggesoffen.
Gegen Malaria werden die Malarone Tabletten mitgenommen, jeden Tag eine, wie lecker.
Halbwegs die Hygiene einhalten sollte man auch, aber wie wenn man grad mitten im Abenteuer steckt und Wasser Mangelware ist. Gegen Körpergeruch gibts jedenfalls Garlic (Knoblauch). Die Ausdünstungen sind besser als jedes Parfum. Jedenfalls wenn der andere auch regelmäßig einige Knoblauchzehen einwirft.
Politik
Da ich in Österreich kein Tageszeitungsleser bin, lese ich dafür umso eifriger die Allgemeine Zeitung AZ von Windhoek im Internet. Sie ist die älteste, deutschsprachige, täglich erscheinende Zeitung in Namibia. Dadurch bin ich über das politische Tagesgeschehen im südl. Afrika gut informiert.
Ein großes Thema ist derzeit Mr. Robert Mugabe, Herrscher über Zimbabwe von eigener Gnade.
Er hat den einstigen Brotkorb des südl. Afrika total niedergewirtschaftet.
Durch Vertreibung der Farmer und den Landbesetzungen durch seine Veteranen (Schlägertrupps) ist sogar die eigene Lebensmittelversorgung zusammengebrochen. Selbst in den größeren Städten ist die Wasserent- und Trinkwasserversorgung nicht mehr gegeben. Daher auch der Ausbruch der Choleraepedemie mit derzeit ca.70 000 Fällen.
Hyperinflation führte im Sommer dieses Jahres zur Streichung von vier Nullen vom Zimbabwe Dollar.
Falls wir zu den Vic-Fällen fahren, werden wir diese über Zambia ansteuern.
Dem Diktator werfen wir kein Geld via Road -Tax in den Rachen.
So jetzt bin ich mit meinen Ausführungen zur ganzen Vorbereitung am Ende.
Die Mopeds sollten planmäßig am Montag 22.12. in Walvis Bay mit dem Containerschiff Amber Lagoon ankommen.
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Wir fliegen am 15. Jänner hinterher. Ein bisserl Zeit bleibt also noch.
Geplanter Rückflug wäre am 15. Februar.
Hoffen euch über Mail und dem dank TwinBert angelegten Reisetagebuch halbwegs informieren zu können. Anfangs wird das sicher schwierig sein. Afrika ist nicht Südostasien, dort ticken die Uhren noch anders.
lg spezi
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Cats do not go for a walk to get somewhere, but to explore.
Sidney Denham